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Von FDH zu Low Carb-Start

Von FDH zu Low Carb-Start: Eine Momentaufnahme

Prosit FdH!

Seit ca. 1 Monat mach ich mal wieder einen auf FdH. Ich merkte aber nach diesem Monat, dass trotz Sport und ausgewogener Ernährung nicht viel weiter ging. Sport bedeutet 3-4x pro Woche Crossfit, Laufen oder Krafttraining. Ausgewogenes FdH (Friss die Hälfte) bedeutet mehr Gemüse, Obst und komplexe Kohlehydrate und eine Reduktion auf unter 2000 kcal.

Sicher kennen das viele von euch auch. Man isst schon so wenig, dass es einem wie Diät vorkommt, man fühlt sich aber selten satt und das Wunsch/Wohlfühlgewicht scheint immer mehr unerreichbar. Bei mir ging es um die beängstigende magische Grenze von 90kg, die ich nie mehr überschreiten wollte. Rund um Weihnachten zeigte die Waage 87kg. Durch Krankheit ab Anfang Weihnachten konnte und wollten ich zwecks Schonung keinen oder nicht zu viel Sport machen – hatte sich schon oft als kontraproduktiv erwiesen.

Nachdem ich alles außer Antibiotika bis Ende des Jahres versucht hatte, schluckte ich zu Silvester Antibiotika und 7 Tage später waren die Viren erledigt. Tja, dachte ich… Jedenfalls startete ich FDH und trieb wieder regelmäßig Sport. Anfang des Jahres dann unter 85kg, Sport machte wieder Spaß und Mitte des Monats war ich zuversichtlich. Doch dann kam es wieder: Schluckbeschwerden – so startet bei mir es immer. Leider habe ich es bisher noch nie wirklich ohne Antibiotika in den Griff bekommen. Ich kann alles machen, Ouzo mit Honig, Schmerzmittel, Strepsils und andere Wundermittel. Nix hilft. Aber ich hasse Antibiotika, denn irgendwann brauch ich sie mal wirklich und dann greifen sie nicht mehr… diese Angst, jedenfalls laut zweier Doktoren, ist durchaus begründet.

Low Carb auf dem Prüfstand

Dann gab es ein Erlebnis, dass mich mit neuem Interesse auf Low Carb blicken ließ. Ein Freund erzählte mir von seiner Umstellung auf Low Carb und was ihm eine Spezialistin darüber bei einem Vortrag erzählt hatte.

Ich hatte mich schon vor ca. 15 Jahren intensivst mit Atkins, Low Carb & Co. beschäftigt. Tat es damals aber als Diät wie viele andere ab und zog mein Ding durch. Damals habe ich mit FDH und viel Sport in 1,5 Jahren über 40kg abgenommen. Hatte mich damals in vielen Bereichen eingelesen. Ernährung, Training und Körperfunktionen – das beschäftigt mich seither sehr oft.

Also war ich sehr interessiert, was aktueller Stand der Low Carb-Technik ist. Es ergaben sich nach dem Wiedereinlesen und dem Start meines Low Carb-Tests doch einige interessante Dinge.

Viren, Bakterien & Co.

Ich war Ende Jänner so richtig angeschlagen, der Hals tat immer mehr weh und das böse Schlucken war wieder da. Ich sah mich schon wieder Antibiotika nehmen und auch die drohende Sportabstinenz machte mich nicht nur wegen meines unerreichbar scheinendes Wunschgewichtzieles etwas unlocker.

Also, was tun? Ich las dann über Viren, Bakterien und auch Krebs – und die Verbindung mit Zucker, der den bösen Dreien als Nahrung dient. Also machte ich den Test und strich alles, was in Glucose umgewandelt werden kann vom Speiseplan. Also alle – vor allem – schnell verdauliche Kohlehydrate. Was passierte? Ich las mehr über Paleo-Ernährung (Steinzeiternährung, Paleo-Wiki), wiedermal über Atkins, Glyx und so weiter, aber auch über LCHF. Diese Ernährungsform (Low Carb High Fat) kommt aus Schweden und der Name ist Programm.

Tja, was soll ich sagen. 2 Tage nach der Umstellung nahm ich den Viren die Nahrungsgrundlage und somit war ich rasch wieder fit. Der entzündete Hals war wieder OK und nach 3 Tagen startete ich wieder mit Sport. Da ich mir dann ein paar Artikel über Ketose, also den Stoffwechselzustand wo Fett statt Glucoseals Energiequelle genutzt werden, durchgelesen hatte, dachte ich mir: Das versuchen wir doch mal wieder.

Was kann man essen?

Je nach Low-Carb-Diät-Form darf man mehr oder weniger Kohlehydrate essen. Meist wird aber empfohlen: Keine schnellen Kohlehydrate (Glykämische Last), viel Eiweiß und manchmal sogar noch viel mehr Fett (ca. 20% der Schweden schwören auf LCHF).

Dass schnelle Kohlehydrate schnell zu Zucker verwandelt werden und dann unser Insulinspiegel zu kämpfen hat ist klar. Also streichen wir Süßes, weißes Mehl und viele verarbeitete Lebensmittel. Das ist der Start – Extrem-LCHF-Standards, wie Butterkaffee oder Buttertee lasse ich aber mal beiseite.

Da ich doch recht kreativ in der Küche bin und Kühlschrankkochen und Restlverwertung zu meinen Lieblingsmenüansätzen zählt, kann ich doch ein paar Gerichte aus der letzten Woche empfehlen…

Linsen-Chinakohl-Gemüse mit Kichererbsennudeln
(zum Blogartikel)

 

Schnell gebackener Käse – mit Ei-Dinkelkleie … Käse einfach in der Kleie-
Ei-Mischung wälzen und dann beidseitig in Olivenöl braten

 

Lauch-Sojaflocken-Auflauf mit Bohnen (Blogartikel)

 

Bohnen-Käse-Eierspeis mit Rote Rüben-Salat – tolles Frühstück.

 

Faschierte Laibchen mit Sojaflocken, Dinkelkleie und Parmesan – ohne Mehl
werden die Teile etwas lockerer und nicht so hart.

 

Scharfer Gurken-Käse-Salat… Einfach in Öl eingelegte Pfefferoni, Gurken,
Käse (z.B. Emmentaler) mit Olivenöl-Senf-Essig-Marinade. Geht immer und schnell.

 

Chinakohl, Karotten, Ruccola, Käse und z.B. eingelegte Tomaten.
Dazu eine ölige Marinade und man ist lange satt – und es schmeckt toll.

Meiner Meinung nach kann man alles essen, solange man die bösen Kohlehydrate streicht. Also Brot, Nudeln, Kartoffeln und Reis. Zusätzlich habe ich auf langsame oder unverdauliche Kohlehydrate geachtet. Aber auch dem Fett habe ich mich wieder offener zugewendet – natürlich nur das Gute 😉 Olivenöl, Butter und fetter Fisch, Käse, etc. Also Abwechslung bringt es auf alle Fälle, da man den sonstigen Standard Nudeln mit Soße, Reis mit Irgendwas oder ein belegtes Brot einfach erschlägt.

1 Woche später

Tja, nun ist eine Woche vergangen und ich stehen bei 82kg, Bauch- und Hüftumfang sind erstmals seit über 10 Jahren beide bei ca. 90cm und der Körperfettrechner sagt endlich mal wieder unter 20%. Also bin ich doch recht gespannt, wie es weiter geht, wenn ich dabei bleibe.

Und natürlich bleibe ich dabei. Schon alleine, weil die Umstellung auf Ketose 1-2 Wochen dauern soll. Inzwischen war ich auch Laufen und machte Krafttraining – keine negativen Auswirkungen bemerkt. Und wenn man sich an 2 Tagen die Woche ein gutes Achterl Rotwein gönnt und zwischendurch (bisher 1x in den letzten 7 Tagen) ein Eckerl einer 81%-Schoki isst, ist die magische 60g Kohlehydrategrenze bzw. 6 BE nicht wirklich in Gefahr. Außerdem, alles was extrem ist, ist meiner Erfahrung nach auch nicht OK.

Wie geht es weiter
Ja, es geht weiter und ich werde einiges noch genauer beobachten und mich noch bisschen mehr damit beschäftigen, da doch einige Angaben, Forenbeiträge und Aussagen widersprüchlich sind. Aber wie so oft gibt es hier wohl keine Wahrheit, sondern das Erkennen der eigenen Realität. Auf den Körper hören, nicht auf die Werbung, ist sicher ein wichtiger Schlüssel.

Weiters muss man sich auch die Frage stellen, was die Industrie machen würde, wenn Zucker, weißes Mehl und verarbeitete Produkte nicht mehr gefragt wären – oder Menschen sich gar natürlich und ursprünglich ernähren würden. Das würde die Weltwirtschaft und den Arbeitsmarkt in eine Krise stürzen gegen welche die Finanzwirtschaftskrise eher Kinderjausencharakter hätte. Aber keine “Angst”, Zucker macht süchtig (laut Studien sogar mehr als Heroin!) und ich gehen nicht davon aus, dass morgen plötzlich laut wertebewusste, intelligente und selbstbestimmte Menschen ihre Nase in die Krone stecken.

Ich will nun noch genauer auf meinen Körper hören und didifood.Leser daran teilhaben lassen. Denn eine offene Sichtweise auf das Zusammenspiel von Körper, Küche und Geist macht schon Sinn.

Was würde ich jedem empfehlen?

Das Thema Ernährung ist sehr komplex. Dabei ist es sinnvoll sich auf Grundlegendes zu besinnen.

  1. Hör auf deinen Körper – und glaub ihm, wenn er dir was sagen will.
  2. Bewegung und Sport geht immer und sollte 2-4x einfach dazu gehören, wenn man gesund ist und das bleiben will.
  3. Low-Carb ist eine Basis für viele Diäten die in regelmäßigem Rhythmus versuchen unsere Ernährungsgewohnheiten zu beeinflussen. Extreme Ansichten sind falsch. Was auch immer davon bei dir funkt, nütze es – und schau mal wie es sich auf die nächste Gesundenuntersuchung auswirkt.


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